Miss Marple

Wohnen, wo ich zu Hause bin – Modellprojekt startet erstmals in Wiesbaden

Aufgrund des demographischen Wandels gewinnt das Thema “Selbstbestimmtes Wohnen” weiter an Bedeutung. Immer mehr ältere Menschen möchten auch bei hoher Pflegebedürftigkeit und bis ins hohe Alter zu Hause leben. Aber auch junge Menschen mit Behinderungen wollen zunehmend Unterstützung, die ihnen dauerhaft ein selbstbestimmtes Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Beide eint der Wunsch, nicht allein auf Grund von Krankheit oder eingeschränkter körperlicher Situation ihr Zuhause aufgeben und umziehen zu müssen.

Auf diesem Hintergrund wurde eine innovative Kooperation zwischen der EVIM Gemeinnützige Altenhilfe GmbH und dem privaten Pflegedienst Thomas Rehbein initiiert mit dem Ziel, das als „Bielefelder Modell“ bekannte Konzept erstmals in Wiesbaden zu etablieren. Die Besonderheit des richtungsweisenden Konzeptes ist der quartiersbezogene Ansatz des Wohnens mit Versorgungssicherheit ohne Betreuungspauschale: bezahlt werden nur die beanspruchten Leistungen. Im Kern geht es dabei um eine qualifizierte Versorgung auf „kurzem Wege“ in einem Quartier. Dafür wird im Stadtteil Sonnenberg rund um die Eintrachtstraße und Pfitznerstraße eine Anlaufstelle eingerichtet, die im Radius von etwa 500 Metern die dort lebenden Bürger berät und Leistungen koordiniert. Das Angebot ist sehr umfangreich und sieht eine 24-Stunden-Präsenzkraft vor, die bei Bedarf auch für einen nächtlichen Einsatz zur Verfügung steht. „Wir erreichen in diesem Umkreis somit eine fast stationäre Versorgungssicherheit durch den Pflegedienst“, so die Geschäftsführer Thomas Rehbein und Frank Kadereit. Das Angebot bietet zudem Service für Angehörige und die Möglichkeit, die Wohnung mit technischen Hilfsmitteln bedarfsgerecht auszustatten. Die Stadt Wiesbaden unterstützt den quartiersbezogenen Ansatz des Projekts, auf kurzem Weg, quasi fußläufig, Pflege und Betreuung zu leisten. “Wir freuen uns auf das, was hier entsteht und sind natürlich gespannt, wie die breitgefächerten Hilfen angenommen werden”, sagt Johannes Weber vom Amt für Soziale Arbeit Wiesbaden, Bereich Altenarbeit. Mechthild Plümpe freut sich als Pflegedienstleiterin beim Pflegedienst Rehbein auch über die beispielhafte Zusammenarbeit zwischen privatem und gemeinnützigem Träger von Seniorendiensten. “Wir sind hier gut aufgestellt und werden die kommenden Wochen mit dafür nutzen, das Angebot im Quartier bekannt zu machen”, so die Pflegeexpertin.

Das Wohngebiet rund um die Eintrachtstraße und die Pfitznerstraße im Stadtteil Sonnenberg ist prädestiniert dafür, das „Bielefelder Modell“ in Wiesbaden zu starten und Erfahrungen damit zu sammeln. Hier leben nicht nur besonders viele Ältere, sondern auch jüngere Menschen mit Behinderungen in ihrer eigenen Wohnung. Anlaufstelle ist der „Treffpunkt Miss Marple“ in dem gleichnamigen Bistro-Café, das für Kontakt und Austausch besonders geeignet ist und auch die räumlichen Möglichkeiten für die Anlaufstelle bietet.

Treffpunkt Miss Marple: Eintrachtstr. 28, Wiesbaden-Sonnenberg
Öffnungszeiten: montags – freitags 10.00 Uhr – 14.00 Uhr
Ansprechpartnerin: Stefanie Dewes
Tel.: 0611 89053324

EVIM Gemeinnützige Altenhilfe GmbH
Die EVIM Gemeinnützige Altenhilfe GmbH ist Träger von 12 stationären Pflegeheimen, einem Ambulanten Pflegedienst und 9 ServiceWohnanlagen für Senioren in Wiesbaden, dem Rhein-Main Gebiet und Rheinland-Pfalz. Insgesamt 1.000 Beschäftigte sichern ein breitgefächertes, abgestuftes Hilfeangebot für etwa 1.800 ältere Menschen in der Region. 
Ambulanter Pflegedienst Thomas Rehbein, Häusliche Kranken- und Seniorenpflege
Der Pflegedienst wurde 1991 gegründet und versorgt circa 550 Kunden in Wiesbaden, Rüsselsheim, Schlangenbad und Bad Schwalbach. Mit über 140 Mitarbeiter/innen bietet er ein umfangreiches Angebot und zählt zu den größten Pflegediensten im Rhein-Main Gebiet.